Aufatmen nach Corona

Vereinsvorstände aller Couleur hatten in den Corona-Jahren ihre liebe Not, den vorgeschriebenen Regularien in der Vereinsführung nachzukommen. Umso erleichterter war der Verein Chiemgau-Autoren, heuer schon im Mai die fällige Mitgliederversammlung 2022 über die Bühne bringen zu können. Immerhin geht es ja darum, den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, sich selbst ein Bild von der ordnungsgemäßen Leitung des Vereins und von der regelkonformen Kassenführung zu machen. Beidem trug die Vorstandschaft Rechnung in einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation (zusammengestellt von der Schriftführerin Rosemarie Mußner), die ausführlich über alle Ereignisse und Vorgänge im Vereinsleben im vergangenen Jahr Aufschluss gab. Die Mitglieder nahmen die Berichte aufmerksam zur Kenntnis und sprachen der Vorstandschaft ihr Vertrauen aus: 1. Vorsitzende Uta Grabmüller, 2. Vorsitzender Dr. Martin Trautwein, Schriftführerin Rosemarie Mußner, Schatzmeister Robert Gapp und Beisitzerin Armena Kühne wurden einstimmig entlastet.

Der Vorstand der Chiemgau-Autoren überreichte Präsente für ausgezeichnete Vereinsarbeit (von links: Robert Gapp (Schatzmeister), Uta Grabmüller (1. Vositzende), Dr. Reinhold Schneider (Leiter der Schreibprojekte 2020, 2021 und 2022), Rosemarie Mußner (Schriftführerin), Meike Krebs-Fehrmann (ehem. Vorsitzende und Organisatorin der jährlichen Schreibwerkstatt), Dr. Martin Trautwein (2. Vorsitzender), Armena Kühne (Beisitzerin). Foto: Trautwein)

Es war ungeachtet der Einschränkungen durch die Pandemie ein durchaus reichhaltiges Programm, das die über 70 Autorinnen und Autoren im Verein zusammengehalten hatte. Die regelmäßigen Literaturtreffen mit je drei Autorenlesungen, einem Literaturrätsel und Gesprächen konnten dank digitaler Formate jeden Monat aufrechterhalten werden. Ein gemeinsames Schreibprojekt begleitete die Mitglieder durch das Jahr. Es führte zur Herausgabe eines kleinen Textbandes zum Thema „Zwischenräume“, das 2021 erschien. Im Herbst 2021 gelangen wieder einzelne Lesungen.

Blumen für Sybille Trapp (l.) für ihr besonderes Engagement in den Schreibprojekten, überreicht durch Armena Kühne (r.) (Foto: Schneider)

Die Mitgliederversammlung 2022 im Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium lenkte auch den Blick nach vorne und ließ in der Diskussion erkennen, dass sich neue Projekte abzeichnen: Eine anspruchsvolle Seminarreihe über „Das Handwerk des Dichtens“ wird allen Interessierten die Möglichkeit zur Fortbildung geben. Auf der Grundlage eines digitalen Forums lädt der Verein zu Textbeiträgen unter dem Arbeitstitel „ausweg? los!“ ein, die den komplexen Problemen auf dieser Welt nachgehen und gleichzeitig Gedanken zu Aufbruch, Kraft und Mut entwickeln werden.

Daneben organisiert der Verein wie gehabt die monatlichen Literaturtreffen, beteiligt sich an Veranstaltungen in der Region (z. B. beim „Tag der Vereine“ im Juli in Traunstein und in der Veranstaltungsreihe „Kunst- und Kulturgenuss“ im September in Bergen: Hier wird der Schwerpunkt auf der Mundartliteratur liegen, und zwar bei einer großen Lesung und einer „Boarischen Schreibstubn“.  Es ist erfreulich zu beobachten, dass sich eine ganze Reihe von Mitgliedern aktiv im Vereinsleben einbringt und so einen spürbaren Beitrag zur Kulturvermittlung in der Region leisten. Sprache verbindet, und Literatur schafft neue Welten. Dafür gibt es diesen Verein der Chiemgauer Literat*innen. – ug

 

 

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