Presseartikel von Heidi Merkel

Das Literaturtreffen der Chiemgau Autoren am letzten Mai-Montag hatte auch diesmal alle Zutaten, die ein erfolgreicher Abend braucht! Nach der Begrüßung von Mitgliedern und weiteren Gästen im Studio 16 hielt Armena Kühne, die Moderatorin des Abends, eine kurze Rückschau auf das Kennenlern-Festival der Facebook-Gruppe „Chiemgau – do bin I dahoam“ mit über 7200 Mitgliedern, in das die Chiemgau Autoren mehrfach eingebunden waren:durch Lesungen mehrerer Mitglieder als Nachmittagsprogramm, den monatlichen Autorenstammtisch, derin das Festival integriert war, einen Büchertisch, und durch den Organisator des Festes, Michael Inneberger, der Facebook-Gruppengründer und zweiter Vorsitzender der Chiemgau Autoren in Personalunion ist.

Beim Lesen nach Los wurden zwei neue Gäste, Detlef Jost und Manfred Ebeling gezogen, die angemeldete Lesung hielt Sabine Rosenberg. Ihrem Gedicht „Larch“ aus dem Band „Blütengedichte“ über die wohltuend-sanfte Heilwirkung der Bachblüte folgte mit „Tantal“ ein aufrüttelnder Text über Ausbeutung und Kinderarbeit bei dem Gewinn dieser sogenannten kostbaren Erde. Zuletzt versetzte sie ihr Publikum in eine frühlingsbunte Wiese, aus der „die gelben Augen des Löwenzahns zurückstrahlen zur Sonne“ und entließ es mit einem Liebesgedicht aus ihren Bann.Der Lebensweg der Autorin führte über Frankfurt nach Heidelberg und München, wo sie u.a. Erziehungswissenschaften, Germanistik und Anglistik studierte. Seit einigen Jahren lebt sie im Chiemgau und ist Mitglied der Chiemgau Autoren, weitere Informationen sind auf ihrer Homepage zu finden.

Detlef Jost las aus seinem Lyrikband „Wege des Lebens“ Gedichte, die Mut machen zur Entfaltung der eigenen Möglichkeiten und zur Unterstützung der Kinder, „denen man Wurzel ist und hilft, die Flügel zu entfalten“. Den Weg zum Schreiben fand er durch die Auseinandersetzung mit seiner Veranlagung zur Hochsensibilität, was ihn mit Sabine Rosenberg und dem vorgestellten Geburtstagskind des Tages, dem Lyriker Paul Verlaine, verbindet.

Manchmal verschränken sich Dinge, die auf den ersten Blick nicht so viel miteinander zu tun haben. Als Gewinner der Ballonfahrt, die auf dem „Chiemgau, do bin I dahoam“-Festival verlost worden war, entpuppte sich Manfred Ebeling, dem auch an diesem Abend Fortuna hold gewesen war. Er las aus seinem Gedichtband „Höhen und Tiefen“, über den Abschied eines Philosophen, für den er lebenskluge, humor-volle Worte fand „ein reich gefülltes Leben unterm Arm“ und stellte sein kritisches Werk „95 Thesen zur Gegenwart“ vor.

Tagesaktuell fand sich noch ein vierter Lyriker mit einem Spottgedicht über „Strache, Saubermann“ ein: Sepp Obermüller hat mit den Zeilen „… vorbei ist’s mit dem Kanzlererbe, denn die Russin war vom G‘werbe“ noch ein wenig Salz in die frische Wunde der österreichischen Politik gestreut.

Abschließend wies Armena Kühne noch auf wichtige vereinsinterne Termine hin und stellte zusammenfassend fest, dass dieser ungeplante „Lyrikgipfel“ in seiner Themenvielfalt wunderbar in den Mai gepasst hat.

Am Montag den 24. Juni findet das nächste Literaturtreffen statt, zu dem wiederum bei freiem Eintritt herzlich eingeladen wird.

 

 

 

Armena Kühne mit Detlef Jost, Sabine Rosenberg und Manfred Ebeling (Foto: Reinhold Schneider)

 

Artikel im Reichenhaller Tagblatt:

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