Im Rahmen des Bücherparketts, der Künstlerin Lotte Llacht,Bücherparkett in Tittmoning, lasen die Chiemgau-Autoren aus ihren Werken.

Jeden Abend eine Lesung

Ina May erzählt:
Ich zog meine Schuhe aus und tappte zögerlich über die Bücher, hinüber zum kleinen Podest, auf dem der Sessel für die Autorin stand.
Josef Wittmann lachte und ich mit ihm. „Hier wird Literatur nicht mit Füßen getreten“, betonte er. „Es sind heimatlose Bücher, zur Ansicht für Alle. Wenn Jemand möchte, kann er sich für eines der ausgelegten Werke gerne mit seinem Namen eintragen lassen“.
Die Auswahl, vor allem die Farben, von Orange, Rot, über Grün und Blau. Wie eine Landschaft.
Als ich mich setzte, konnte ich ganz wunderbar sehen, welche Titel, was für Bücher aufgelegt waren. Ich schmökerte mit den Augen.
Das Publikum schaute sich interessiert um, nahm entweder auf den bereitgestellten Bücherstapeln Platz, oder setzte sich einfach auf den Bücher- und Hosenboden.
Ich hatte mir gedacht, so in etwa 30-40 Minuten zu lesen und „zerlegte“ den Krimi sozusagen in einige Abschnitte, die ich vorlas. Ich versuchte es spannend zu machen, den Kriminalfall zu umreißen, das Klosterleben ein wenig zu bringen, sowie Schwester Althea, meine Hauptperson, bekannt zu machen.
Meinen Zuhörer/innen gefiel meine Auswahl. Ich war sehr froh, es gut gemacht zu haben. Eine Dame meinte: „Ich glaube, ich sitze im Wasser“ – und lachte. Sie hatte recht, denn der Untergrund auf ihrer Seite hatten eine blaue Färbung (Buchcover in hell und dunkelblau.)
Zuerst holten sich einige das Buch von mir und eine Widmung, für sich oder die Ehefrau, die Geburtstag hat und den Krimi sicher lesen würde und natürlich dem Ehemann den Schluss verraten müsste.
Danach saßen wir alle noch gemütlich im Burg-Café und unterhielten uns über die Autorin, ihre Geschichte, die persönliche und die des Chiemsee Krimis, über Tittmoning und die Möglichkeit, dass es einige Orte gibt, wo sich ein Verbrechen begehen ließe.
„Die Leiche kann ja dann ein Stück im Lanzinger Bach dahinschwimmen.“ Dazu eine Wellenbewegung und ein Grinsen.
Es war ein schöner, entspannter Abend und wir verabschiedeten uns erst um viertel nach neun voneinander.
Gerne wieder, sagte ich Josef Wittman.

 

Christoph Rollfinke erzählt: Es war ein wunderbarer Abend! Wir wurden freundlich empfangen, der Raum mit der Ausstellung ist im zweiten Stock über dem Café. Alles mit Bücher ausgelegt, sortiert nach Farben. Diese Farben, von türkis-blau bis weiß, symbolisieren das Meer, eine Insel und den Sandstrand .
Es waren zwölf Zuhörer da, die alle sehr begeistert waren.

Die Kombination Text und Musik kam gut an.
Der Buchverkauf im Anschluss war gut.

Das Feedback hervorragend!!

Helmut Weber erzählt: Es war meine erste Lesung. Dementsprechend nervös war ich. Selbstkritisch muss ich sagen, dass ich nicht die richtigen Passagen zum Vorlesen ausgesucht habe.
Ich musste zwischendrin immer wieder eine Pause einlegen und erklärende Worte einfügen.

Das ist natürlich für eine flüssige Lesung nicht gerade förderlich. Es waren etwa 20 Leute da. Herr Wittmann hat moderiert und auch dafür gesorgt, dass die Anwesenden einen Obolus hinterlassen haben.

Die Lesung selbst hat knapp über eine Stunde gedauert. Nach der Lesung haben wir uns im Burgcafe noch getroffen (10 Personen) und über die Entstehung meines Buches diskutiert. Natürlich auch über die Handlung.

Insgesamt würde ich es als gelungenen Abend für mich bezeichnen.

Heidi Merkel als Zuhörerin erzählt:
Bücher besitzen.
Hinterlässt einen Eindruck.
Rechteckig. Kantig. Unbequem. Wo?

Auf der Tittmoninger Burg.
Gestern.
Bei der Lesung von Meike Fehrmann,
in der Installation von Lotte Llacht,
auf einem Bücherspapel gesessen,
vierzig Minuten – dann dem Text
mit viel Vergnügen im Stehen weiter gefolgt.
Kakerlaken Schach.
Hat auch Eindruck hinterlassen 🙂
den restlichen Text werde ich mir in einer
gemütlicheren Haltung zu Gemüt führen…

 

Meike K.-Fehrmann liest aus ihrem Thriller ‚Kakerlaken-Schach‘

Hans-Peter Kreuzer erzählt:

Ich gestehe, dass ich erstmals am Samstag, 21.April 2018 in dem schönen Städtchen Tittmoning war. Frühling lag über dem Land, in das ich vom Kayberg aus weit hinein blicken konnte. Die nahe gelegene Burg wartete mit einem bunten mittelalterlichen Markt auf, und ich fragte mich, wer bei diesem schönen Wetter und bei all den anderen hier gebotenen Attraktionen wohl auf die Idee kommen würde, eine Autorenlesung zu besuchen? Die war freilich auch etwas Besonderes, denn der Saal im Fürstenstock der Burg war von der Künstlerin Lotte Llacht in eine einladende, an Sonne, Meer und Strand erinnernde BücherLandschaft verwandelt worden. Den Boden des Saals bedeckten sorgfältig nach Art eines Parketts verlegte Bücher. Und so kamen Gäste um zu sehen und zu hören, was da geboten wurde. Sepp Wittmann, die Seele der Veranstaltung, sprach einführende Worte. Nolens volens hatten die Gäste auf dem Bücher-Parkett Platz genommen. Andere Sitzgelegenheiten gab es nicht. Nur ich genoss das Privileg, während der Lesung auf einem weichen Sessel zu sitzen. Als Requisite hing hinter mir meine Anwaltsrobe.

Das war passend, denn ich las aus meinem ersten Roman der „AnwaltHappinger–Reihe“ mit dem Titel „Das Bergbauerntestament“. Vor allem die Romanfigur der Mara Betrucci, die wegen ihrer Taten auch „Schwarze Witwe“ genannt wurde, ließ bei der Lesung knisternde Spannung aufkommen. Es gab sie wirklich, diese mit allen Wassern gewaschene Dame, die ständig auf der Suche nach reichen Leuten war und der es mit phantastischen Geschichten gelang, ihren Opfern Geld und Vermögen abzunehmen. Auf die Höfe alter, allein stehender Bergbauern hatte sie es besonders abgesehen. Im Roman „Anwalt Happinger Das Bergbauerntestament“ geht es um einen solchen Fall und um weitere Gaunerstücke der Schwarzen Witwe. Die Zuhörer auf dem Bücher-Parkett lauschten gespannt als ich zu den Textstellen kam, in denen das raffinierte Vorgehen der geldgierigen Dame und die Gutgläubigkeit ihrer Opfer geschildert werden. Den alten Bauern Schorsch, der allein auf dem Gfäller-Hof wohnt, zu dem Bergwiesen, Buchenwälder und Almen gehören, bringt sie mit willigen Helfern zur Abfassung eines Testaments, nach welchem sie seine Alleinerbin sein soll. Als sie nach dem Tod des Alten den Erbschein beantragt, sieht sich die Verwandtschaft des Alten betrogen und beauftragt den Anwalt Happinger, die Nichtigkeit des Testaments gerichtlich feststellen zu lassen. Gespannt lauschten die Gäste auch, als sie von den vielen Prominenten hörten, die sich von der Betrügerin Lügengeschichten aufbinden ließen und ihr daraufhin große Geldbeträge in Erwartung schwindelerregender Gewinne überließen. Und weil dabei ein Promikoch vom Waginger See eine ganz besonders tragische Rolle spielte und recht bekannte Leute aus der Münchner Schicki-Micki-Szene zu den Geschädigten zählten, wurde es eine doppelt spannende Lesung. Zwei von meiner Frau vorgetragene Gedichte zum Roman und über das schleichende Gift der Gier rundeten die Lesung ab. Der Abend war, wie ich hören durfte, für die Teilnehmer ein Gewinn.

HPK 22.4.2018

Michael Inneberger berichtet: Der schönste Platz für eine Lesung kann nur auf einer alten Burg sein.
Noch ungewöhnlicher ist es, wenn der ganze Boden, farblich abgestimmt, mit Büchern ausgelegt ist.
Das Publikum durfte ausnahmsweise auf dem „Bücherparkett“ herumlaufen und darauf sitzen.
Mein „Arbeitsplatz“ war bestens vorbereitet und mit dem Schirm des „Armen Poeten“ dekoriert.
Die Utensilien zu meinen Geschichten waren natürlich wie immer dabei.
Der rote „Klostopfer“ am Boden kam wieder mal zum Einsatz. 😉
Über den Lautsprecher gab es einige Effekte zu den Geschichten.
Das Tittmoninger Publikum war wunderbar.
Da kommt man gerne wieder einmal auf die Burg zurück.
Im Anschluss zur Lesung wurden wir im Burgcafe noch bestens bewirtet.
Besonders wunderschön ist die Aussicht von der Burg über Tittmoning.
Abenteuerlich war die Ausfahrt aus der Burg.
Mit den Seitenspiegeln kam ich gerade so an den Toren vorbei und durfte mit dem Auto über die Holzbrücke die Burg wieder verlassen. 😊
Vielen Dank an Lotte Llacht für das außergewöhnliche Bücherparkett und an Josef Wittmann für die Organisation der Lesung.

Impressionen von Sabine Rosenberg:

Es war ein wunderschöner Aprilsonntag, an dem die Blüten von allen Sträuchern und Bäumen aus allen Nähten brachen, als ich, begleitet zwei Freunden, zur Burg in Tittmoning kam. Meine Erwartungen in der Provinz auf einem Marktfest zu lesen waren eher niedrig, um so höher war dann meine Freude, als ich den Ort sah und ein sehr literaturinteressiertes Publikum vorfand, das meiner Geschichte und meinen Gedichten aufmerksam zuhörte und mit mir über meine Texte diskutierte.
Ich las aus meinem neuen Buch „Poetische Impressionen über eine magische Landschaft – Streifzüge durch den Chiemgau“ eine Geschichte. Es sind insgesamt zwölft Geschichten im Jahreskreis, die Spiritualität zum Thema haben. Ich gebe darin meine persönlichen Eindrücke der Ausflüge wieder, die ich unternehme, beschreibe die Natur des Chiemgaus und teile dem Leser vielleicht nicht so ganz bekannte landeskundliche Dinge der Region mit.
Ich las die April-Geschichte „Kendlmühlfilzen“, wo es um den Kampf der Kendlmühlfilzen als Naturschutzgebiet geht. Anschließend las ich eine Reihe von Gedichten aus meinen beiden Lyrikbänden.
Die Lesung bildete den Abschluss der Veranstaltungen auf der Tittmoninger Burg und war mit 15 Gästen recht ordentlich besucht.

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