Der Verein der Chiemgau-Autoren hatte am 24. September zu seinem monatlichen Literaturtreffen eingeladen. Im gut besuchten Studio 16 in Traunstein führte diesmal der Autor Rudolf Linner als Moderator souverän und liebenswürdig durch den Abend. Einleitend gab er einen kurzen Abriss über die Entwicklung des Vereins der Chiemgau-Autoren. Dann bat er die neuen Mitglieder des Vereins, diesmal drei Autorinnen, sich vorzustellen: Katalin Jesch, aus Oberndorf bei Salzburg, ist auch Mitglied der Salzburger Autorengruppe, sie schreibt Gedichte und hat Gedichtbände veröffentlicht. Anne Stiegler aus Bernau arbeitet an einem autobiografischen Roman. Brigitte Geretschläger veröffentlichte ein Sachbuch aus dem Bereich der Pflege.

Als Schriftsteller, der am 24. September Geburtstag hat, stellte der Moderator den US-Amerikaner Francis Scott Fitzgerald vor, der 1896 in St. Paul, Minnesota, geboren wurde. Fitzgerald gilt als ein Hauptvertreter der modernen amerikanischen Prosa. Sein wohl bekanntestes Werk, 1925 geschrieben, ist der auch erfolgreich verfilmte Roman „Der große Gatsby“.

In der nachfolgenden Autorenlesung präsentierte Mick Saunter einen Text aus seinem Reisebericht „Zweimal Fish and Chips, bitte!“. Mit dem Motorrad ist er gemeinsam mit seiner Frau durch Irland und Südengland gefahren. Insgesamt saßen die beiden bei dieser Tour über 5 000 km im Sattel. Sie haben dabei interessante Menschen getroffen, Freundschaften geschlossen. Davon wird erzählt und vom Motorradfahren als Erlebnis. So ist ein fesselnder und informativer Bericht entstanden – nicht nur für Motorradfahrer.

Zwei weitere Autoren aus dem Publikum, die ihre Texte vortragen wollten, wurden im Losverfahren ermittelt. Es waren Katalin Jesch und Sepp Obermüller.

Katalin Jesch las aus ihrem Gedichtband „brüche auf brüche“. Da ihre Muttersprache nicht deutsch, sondern ungarisch ist, hat die sich auch in ihren Gedichten mit dem Thema Sprache beschäftigt. Und so trug sie Gedichte mit Titeln wie „Worte biegen sich“ und „Wie weit geht ein Wort“ vor. Aber auch gesellschaftliche und soziale Themen fasste sie in Gedichtform unter Überschriften wie „In friedlichen Zeiten“, „Europa zwölf“ oder „Narbenhimmel“.

In der anschließenden Kritik aus der Zuhörerrunde wurden die Gedichte als sehr berührend und als wunderbare Lyrik in wenigen Worten gelobt. Die Autorin berichtete dann darüber, dass es sehr schwer sei, für Gedichte einen Verlag zu finden.

Sepp Obermüller trug auch Gedichte vor, zum Teil in der bayrischen Mundart, und immer kunstvoll gereimt. Seine Gedichte befassten sich mit den menschlichen Beziehungen und der aktuellen politischen Lage mit Überschriften wie „Gedanken zum Frieden“, „Mittn finden“ und „Europa quo vadis“.

In der darauf folgenden Diskussion mit dem Publikum wurde insbesondere auf die Probleme der Rechtschreibung des Bayrischen eingegangen, denn es gibt keine klaren Vorgaben, so dass jeder Mundart-Autor seine eigene Schreibweise erfinden muss.

Im Anschluss an die Lesungen gab die Vorsitzende des Vereins, Meike K.-Fehrmann, Neuigkeiten aus dem Vereinsleben bekannt. So wird am 27.10. um 19 Uhr der dritte und letzte Teil der Geschichtenkette zum Thema „Trotz. Kollaps. Schreiben.“ im Kleinen Heftersaal in Grassau präsentiert. Die Geschichtenkette war im Rahmen der diesjährigen Chiemgauer Kulturtage entstanden. Das nächste Literaturtreffen findet am 29.10. um 19 Uhr im Studio16 in Traunstein statt. Gäste sind bei beiden Veranstaltungen wie immer herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Text: Monika Klinkenberg-Weigel

Von links: Rudi Linner, Sepp Obermeier, Katalin Jesch, Mick Saunter
Foto: Dr. Reinhold Schneider
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