Im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage trafen sich erstmals Poeten, Autoren und Publikum zum 1. Chiemgauer Literatur-Festival im Chiemgau Gymnasium.

Der Bericht von Maxi Piontek:

Chiemgauer Literaturfestival„Herzlich willkommen zum ersten Chiemgauer Literatur-Festival“. Mit diesen Worten begrüßte der Schulleiter des Chiemgau-Gymnasiums, OStD Kiesl, die sehr zahlreich erschienenen und sichtlich erwartungsvollen Besucher.
Die Chiemgau-Autoren und die Jung-Autoren des ChG hatten sich für die Chiemgauer Kulturtage eine neue Veranstaltungsform überlegt, um Literatur lebendig werden zu lassen und auch jüngere Zuhörer für literarische Lesungen zu gewinnen.
So wurde die Aula der Schule zu einem großen Wohnzimmer mit Stühlen, Kissen, Decken und Sofas umgestaltet und eine „Liegewiese“ aus Turnmatten lud zum entspannten Zuhören ein. Auf der Bühne standen die liebevoll dekorierten Tische für die Autoren, eingerahmt von fantasievoll gestalteten Abtrennwänden im Zeitungspapierdesign. In dieser lockeren Atmosphäre lasen die Chiemgau-Autoren und die Jung-Autoren der Schule dann aus ihren Werken vor und die Zuhörer wurden in den Bann der Literatur gezogen. Sehr gelungen war, dass immer ein „Tandem“, bestehend aus einem Profi-Chiemgau-Autor und einem Jung-Autor, gemeinsam auf die Bühne kam und die Literaten sich gegenseitig vorstellten. Meike K.-Fehrmann las mit Julia Springer und Marcel Fuchs, Michael Inneberger mit seinem Sohn Markus, Sabine Rosenberg mit Annalena Plereiter, Robert Gapp mit Marie Reiter, Bernhard Straßer mit Anne-Sophie Schneider und Nora Berger mit Mathias Wallner. Einige Schüler trugen ihren Beitrag aus dem Projekt „KunstWortKunst“ vor, das in Zusammenarbeit mit dem Museum „DasMaximum“ Traunreuth im vergangenen Jahr entstanden ist. Die Chiemgau-Autoren lasen größtenteils Auszüge aus ihren bereits erschienenen, aber auch aus noch unveröffentlichten Werken vor. Die Combo der Big Band der Schule spielte passend ausgewählte Stücke zwischen den Lesungen der Autorenpaare und trug mit ihren überzeugenden Auftritten zum Festivalcharakter bei.
IMG_6623 (Large)Ein besonderes Highlight an diesem Abend war die Lesung von Robert Gapp, ehemaliger stellvertretender Schulleiter und Lehrer am Chiemgau Gymnasium und jetzt im Vorstand der Chiemgau-Autoren, der seine Gedanken in bayerischer Mundart vortrug. Er sprach in seinen Gedichten Themen an, die jedermann hier beschäftigten: sowohl gesellschaftliche als auch emotionale und persönliche Themen, wie z. B. die Suche nach sich selbst. Diese Suche thematisierte auch Marie Reiter in ihrem Text „Reise zu mir selbst“, den sie zu dem Gemälde „Das stille Glück der Natur“ von Uwe Lausen im „Maximum“ geschrieben hat. Sabine Rosenberger widmete ihr Gedicht „Je suis Charlie“ den Opfern des Anschlags von Nizza und Meike K.-Fehrmann thematisierte in ihrem Lesebeitrag aus ihrem aktuellen Roman „Warum Herr Hagenbeck sterben muss“ die Themen Sucht und Gewalt. Michael Inneberger, zweiter Vorsitzender der Chiemgau-Autoren, und sein Sohn Markus wählten das Science-Fiction- Genre, Nora Berger den Kriminalroman und Bernhard Straßer las passend zum Ort das Kapitel „Abiturball“ aus seinem Roman. Markus Wallner scheute sich nicht, seinen Text „7Milliarden“ mit durchaus kritischem Inhalt über den Zustand der Welt vorzustellen.
Die Stimmung im Publikum war entspannt, doch zogen die Literaten die Besucher immer wieder in ihren Bann, auch wenn so schwierige Themen wie Trauer oder emotionale Zerrissenheit angesprochen wurden. Die Zuhörer spürten die große Ehrlichkeit und Authentizität der Autoren in ihren Beiträgen.
Während der Pause entwickelten sich angeregte Gespräche und ein reger Austausch über das Gehörte oder schon Gelesene. Mit Fingerfood und Getränken vor interessanten Büchertischen sprach es sich locker, auch im persönlichen Kontakt mit den Autoren.
Am Ende der Veranstaltung freuten sich die Chiemgau-Autoren und die Jung-Autoren des ChG, dass die Idee eines Literatur-Festivals die Zuhörer überzeugt hatte. Die jungen Autoren erhielten jeweils von ihrem „Profi-Partner“ dessen signiertes Werk, das sie an dieses gemeinsame Projekt erinnert.
Ein herzlicher Abschluss einer gelungenen Veranstaltung!

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