Mick Saunter

saunter, to (ˈsɔːn.tər) – to walk in a slow and relaxed way, often in no particular direction

„Ich bin in meinem Leben nur ein oder zwei Menschen begegnet, welche sich auf die Kunst des Gehens verstanden, die sozusagen eine Begabung für das Schlendern besaßen; ein Wort, dessen englische Form sauntering sich in schöner Weise ableitet ‚von den Müßiggängern, die im Mittelalter durch die Lande zogen und unter dem Vorwand, à la Sainte Terre, ins heilige Land zu ziehn, um Almosen baten‘, bis die Kinder bei ihrem Anblick riefen: ‚Da kommt ein Sainte-Terrer‘, ein Saunterer, ein Pilger auf dem Weg ins Heilige Land.“

Aus: Vom Glück durch die Natur zu gehen, von Henry David Thoreau

1957 in Wuppertal geboren, aufgewachsen im Ruhrgebiet und dem Bergischem Land. Flog mit sechzehn von der Schule, wurde Eisenwaren-Kaufmann, war beim Bund, fuhr Lkw, verkaufte Versicherungen und arbeitete in einer Auto-Werkstatt. Lernte das
Tischlerhandwerk, holte den Schulabschluss nach, studierte Holz-Technik, und realisierte über viele Jahre Läden in ganz Deutschland.

Während einer Lebenskrise lernte er eine anthroposophische Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung kennen, und fing…..dort kurzentschlossen als Quereinsteiger an. Bildete sich weiter, arbeitete mit geistig und psychisch behinderten Menschen, leitete die Arbeitstherapie in einer Suchthilfeklinik. Lebte und arbeitete in Schleswig-Holstein als Heimleiter einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit Menschen, die aufgrund ihrer Behinderungen ständige Betreuung brauchen; bevor er nach Oberbayern zog, und dort seine Wahlheimat fand. Mit der Frau seines Lebens lebt er in einem Dorf am Chiemsee, seine beiden Töchter sind erwachsen, Großvater ist er auch schon. Seit seinem fünfzehnten Lebensjahr ist er leidenschaftlicher Motorradfahrer, schraubt an Fahrrädern, singt manchmal, und kocht gerne und gut. Und liest seit dem ersten Schuljahr, was ihm in die Finger kommt.

Zum Schreiben kam er erst mit 56: 2002 erkrankte er an einer schweren Depression, ein paar Jahre später kam eine Angststörung hinzu. Als er daraufhin endlich anfing seine Traumata aufzuarbeiten und im Rahmen der Therapie seine Geschichte aufschrieb, wurde ihm, als er nach 433 Seiten damit fertig war, klar, dass es das ist, wonach er sein ganzes Leben lang gesucht hat. Die eine wirkliche Leidenschaft, die ihm seinen Sinn zum Leben gibt: Schreiben.

In seinen Projekten greift er Themen aus seinem Leben auf:

– In „Manners Weihnacht“, dem ersten von der auf sieben Bände angelegten Reihe von Kriminal-Romanen um den Salzburger Polizisten Konstantin Manner, spielen Menschen mit geistiger Behinderung eine entscheidende Rolle. Der Plot zum nächsten Band, „Manner und der Tote in der Alz“, steht.

– Im Reisebericht „Zweimal Chips and Fish, bitte!“ schreibt er humorvoll, manchmal nachdenklich und immer sehr persönlich über den ersten großen Roadtrip mit seiner Frau. Die nächsten sind geplant, führen rund um die iberische Halbinsel und zu den Opalfeldern Australiens.

– „Fehlzündung!“, seine autobiografisch gefärbte Geschichte aus dem Biker-Milieu, erzählt neben einem Leben um Motorräder, Gewalt und Sex von Depressionen, Ängsten und Suiziden.

– Während seiner Therapie schrieb er in einem Blog Geschichten über seine täglichen Erlebnisse inner- und außerhalb der Klinik. Den Blog gibt es nicht mehr, die Geschichten schon; irgendwann ergeben sie ein neues Projekt.

Er ist Mitglied der Autorenvereinigung „Chiemgau-Autoren“ in Traunstein, schreibt mit Anderen an Projekten wie zuletzt an „Trotz.Kollaps.Schreiben.“ für die Chiemgauer Kulturtage, und im Traunsteiner Kulturzentrum „Studio 16“ liest er auf den monatlichen Literatur-Veranstaltungen aus seinen Texten.

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