Rosemarie Mußner

Jahrgang 1958, geboren in Mühldorf am Inn, ein erwachsener Sohn, private und berufliche Stationen waren München und Hamburg, Schulungsleiterin für IT-Firmen, Fachreferentin bei Bildungsträgern, lebt seit langer Zeit im Chiemgau, in Bad Endorf.

In der Kindheit und als Jugendliche mit Begeisterung Gedichte, Referate und Kurzgeschichten über Personen verfasst. Beruflich Fachbücher, Schulungsunterlagen entwickelt und erstellt. Die Leidenschaft ist das biographische Schreiben von eigenen Ahnen und deren Historie. Dazu das respektvolle und bedachtsame Recherchieren bei Zeitzeugen und in Archiven. Bei Aufenthalt in Rehaklinik im Berchtesgadener Land auf Sinnsuche. Der Einfluss einer lieben Münchner Patientin motiviert weiter zum Schreiben. Kurz darauf ein schwerer Schicksalsschlag, der geliebte Vater stirbt, ein schmerzlicher Verlust quält. Die ersten Kurzgeschichten entstehen: Inspiriert im Hintergrund mit klassischer Musik, oder an Kraftorten in der umliegenden Natur. Motiviert von lieben Menschen aus dem persönlichen Umkreis.

 

Die erste Lesung nach Los, beim Literaturtreffen der Chiemgau-Autoren in Traunstein, Studio 16, am 29. Oktober 2018 Kurzgeschichte „Frühling 1941“:

Luise, die zweite, geschiedene Frau meines Großvaters väterlicherseits, ist mit ihrem Kleinkind Anton in der Haunerschen Kinderklinik in München am 20. März 1941 zur Begutachtung. Begleitet wird sie von ihrem Bruder Alfred. Im Wartesaal der Aufnahme treffen sie zufällig auf die beiden Söhne Albert und Alfons ihres geschiedenen Mannes aus erster Ehe. Eine übereifrige Ärztin aus der Kinderpsychiatrie beobachtet im Hintergrund diese aufregende, emotionale Begegnung. Mit dreister Rücksichtslosigkeit geht die NS-Ärztin dazwischen und weist beide Buben, als Begründung von Nervenleiden, sofort in die Kinderpsychiatrie ein. Es erfolgt kein Widerspruch von den beiden begleitenden Fürsorgepersonen der Kinder. Luise und Alfred sind schockiert und wie gelähmt vom Vorgehen der Psychiaterin.

In der NS-Medizin waren die Zukunftsaussichten bei Menschen mit angeborener, erblicher Missbildung eher düster. Der kleine Anton hat großes Glück mit seinem behandelnden Kinderarzt. Er wird stationär aufgenommen und soll den nächsten Tag an seiner Hüftluxation operiert werden. Luise und Alfred verlassen das Kinderspital. Im nahegelegenen Nußbaumpark genießen beide den Frühlingsanfang in München. Alfred tröstet seine bange und sorgende Schwester, spricht ihr Mut und Hoffnung zu.

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