Reinhard Hauswirth († 2018)

 

Der frühere Deutsch-, Geographie- und Sozialkundelehrer hat sehr viel geschrieben, das meiste in bairischer Mundart, daneben auch hochdeutsch, selten englisch oder gar lateinisch – jedenfalls kaum einmal etwas Längeres: Prosa und Gedichte – lyrisch oder nicht, streng metrisch oder freirhythmisch, lustig, aber auch nachdenklich, vielfach satirisch,– „wia‘s hoid grod aso bassdd hod“. In seinen Texten hat er sich dabei über Gott und die Welt ausgelassen, aufgegriffen, was ihn unterwegs so bewegt und erregt hat, und unterwegs war er viel – zu Fuß.

Bei all der Schreiberei und seinem Engagement für die bairische Sprache im Verein bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn und als Vorstandmitglied des Vereins der Chiemgau-Autoren hat er es aber nicht geschafft, eines seiner Werke zu seinen Lebzeiten zu veröffentlichen. Er starb im Jahre 2018 im Alter von 66 Jahren. So war es ihm selbst leider nicht mehr vergönnt, seine „boarische und nachad aa no ämanzibbiade“ Version von Max und Moritz in den Händen zu halten. „Gfreid häddad eahm des fei scho gscheid!“, dass sein letzter großer Wunsch nun doch in Erfüllung gegangen ist.

 

Reinhard Hauswirth 2016:

Grüß Gott!

Dass Sie mich hier besuchen, freut mich!

Da ich Anglizismen nur ironischerweise gebrauche, bin ich hier als noch relativ neues Mitglied nicht Newcomer, sundan quase a Friischling!

„HAUSWIRTH … REINHARD JOSEPH LUDWIG STEPHAN” – so heiße ich amtlich, doch können intentions- oder zielgruppenbezogen auch andere Namen unter meinen Texten stehen, z. B. Rumbbe Schduiz, reha, Marga Rine, Al Dente, Sandra Kas, Lenz Flatu u. a.!

I schreib naarisch vui, des meahra boarisch, daneben auch hochdeutsch, selten englisch oder gar lateinisch – jedenfalls kaum einmal etwas Längeres: Prosa und Gedichte – lyrisch oder nicht, streng metrisch oder freirhythmisch, lustig, aber auch nachdenklich, vielfach satirisch, bisweilen zärtlich, liab – wia ’s hoid grod aso bassdd!

Bei meiner bäuerlichen Verwandtschaft im Sauriassl – wo d’ Soizach an Inn einelaffdd oda aa da Inn in d’ Soizach, also im oberbayerisch-niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum – liegen meine wesentlichen sprachlichen Wurzeln, die leider allmählich absterben.

In meinen Texten lasse ich mich über Gott und die Welt aus, greife ich auf, was mich unterwegs bewegt und erregt: äbba „… a Bubbn …”, etwa ein „… Riesenaschenbecher …”, a „… hoizzas Daafal …”, „… a Liachdd drinnad.” …

Und unterwegs bin ich oft, weit und zu Fuß: Meine Texte entstehen u. a. rund um den Pillersee, zwischen Bernau und Oberaudorf, Halsbach und Burgkirchen, Gstadt und Breitbrunn, rund um Mettenheim …

Nicht zuletzt holt mich mein früherer Beruf – Deutsch-, Geographie- und Sozialkundelehrer – in meinen Texten immer wieder ein:
Sie beschäftigen sich mitunter mit Fremdliteratur, beispielsweise: „,Herr Gryphius, gleich zur Sache!’ …”, „Erich Maria Remarque, geboren … zu … Osnabrück, Friedensstadt, …” … Diese Texte leben zudem nicht nur vom Inhalt, sondern oftmals auch von ihrer ganz bewusst gewählten sprachlichen Gestaltung in Form von Wortspielen, Neologismen, Analogien, semantischen Ambiguitäten …

Inhaltlich sind viele meiner Texte topographisch verortet: irgendwo zwischn „… Middasui …” und „,Neuharlingersiel Kreis Wittmund’”, zwischn „… Kabbäinblodz …” und „Bernauer Straße, Wedding, Berlin.”, zwischn „… da Draun …” und da „… Oiddmuih!”, zwischn am „… Keamsä …” und am „… Wannsä …”, zwischen der „… eintauchenden Fraueninsel …” und „… Es – Ypsilon – El – Te.”, zwischn am „… Wäsddabuachbeag …” und dem „… Isthmus von Panama!” …

In meinen Texten wird die ganze gesellschaftliche Bandbreite lebendig: „… da Oaddna-Baua …”, a „… Minisddabräsidendd …”, „Da Doud z’ Äding …”, die „Venus, …”, „D’ Leahrarinna und de Leahra, …”, da „… Neischwanschdoa – K i n i …”, „da Bromeddheis …”, a „… Schnäfrau …”, „… insa Kaddz, …”, „Herr Brandstifter …”, „… dasäi säiddsame Heilige …”, d’ „… Angela, …”, da „… Doggdda Loabebegg.”, „Da Mozadd …”, „… a Nixn, … hod nixn oo, …”, äi „… Engal …”, „D’ Madonna …”, „Da Bäiami vo Endlkiacha, …”, „Adam und Eva – …”, „… ein Ökonom, … wohl mit Diplom, …”, „… Nikita!”, d’ „Rägina … im Diandlgwand …”, da gloa „… Maxe …, a gans a braava Bua, vo da Hoiadau …”, „De schwoazz Johanna …”, „Saubläde Rimviecha …”, da „????? …,”, wo „…??? ????? … ?? …”, „Da Bolizeibräsedendd …”, „… da Aff im Leahrazimma inddägriad …”, „… Am gloan Luggas sei Mama …”, mei „… Schäfen …” u. v. a.!

Wo man das alles nachlesen kann? – Ois quase a Friischling – s. o.! – habe ich bisher noch sehr wenig publiziert, u. a. in unserer Anthologie „FELL FEDER HERZ Tiergeschichten”.

 

 

 

 

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